Gottesdienste als Markenzeichen der vitalen Kirche



Bild: Der Präsident des Landeskirchenforums, Pfr. Dr. Alfred Aeppli (li.) und der Vizepräsident Jürg Buchegger (re.) unterhalten sich mit Pfr. Dölf Weder, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen

LKF-Tagung „Innovation und Tradition des reformierten Gottesdienstes“

 
Gottesdienste als Markenzeichen der vitalen Kirche
 
Stell dir vor, es ist Gottesdienst – und er beglückt: Wege zu zeitgemässen reformierten Gottesdiensten erörterte das Landeskirchen-Forum (LKF) an einer Tagung am Samstag, 30. Oktober, in St. Gallen.
Zwischen Bodensee und Léman stehen die Reformierten unter Innovationsdruck. Erneuerung des Gottesdienstes gibt es aber nicht ohne Besinnung auf das Wesen der Kirche. LKF-Präsident Alfred Aeppli, Pfarrer in Jegenstorf BE, verband in seinem Vortrag an der Tagung die beiden Aspekte. Gottesdienste würden als Kerngeschäft der Kirche wahrgenommen. Profilierung bedeutet laut Aeppli, „Inhalte des christlichen Glaubens in zeitgemässer Form, verständlicher Sprache und ansprechenden Bildern so zu aktualisieren, dass in der innovativen Gestaltung die traditionellen Wurzeln spürbar sind.“

Innovativ bewahren
Wie können reformierte Gottesdienste innovativ gestaltet werden? Im Zentrum bleibt „das Wort Gottes der Bibel in der Verkündigung – und was daraus hervorgeht“, sagte Aeppli mit Verweis auf die Reformatoren. In der Postmoderne haben sich die Gemeinden dem religiösen Markt zu stellen, ohne seiner Logik zu erliegen.
Werden Gottesdienste von Teams sorgfältig und liturgisch stimmig gestaltet, sprechen sie auch kirchenferne Menschen an. „Im Unterschied zu Firmen vertrauen wir darauf, dass Gottes Geist Menschen verändert.“ In diversen Formen, den Bedürfnissen der Menschen entsprechend, gelte es eine erkennbare Struktur zu bewahren, sagte Aeppli.

Kräfte bündeln
In Kanton St. Gallen profitieren die reformierten Kirchgemeinden, die neue Gottesdienste wagen, von einem „allgemein innovativen, ermutigenden Klima“. Dies sagte Kirchenratspräsident Dölf Weder an der von St. Galler Kirche und LKF gemeinsam organisierten Tagung. „Wir haben keine Angst vor Vielfalt und vielfältigen theologischen Positionen.“ Die St. Galler Landeskirche hat zur Begleitung neuer Projekte seit 2002 fünf 50%-Arbeitsstellen geschaffen, für Pastorales, populäre Musik, Familie und Kinder, junge Erwachsene sowie Gemeindeaufbau und Mitarbeiterförderung.
Die Krise der reformierten Kirchen spiegle den Umbruch der Gesellschaft, sagte Weder. Aktuell verfolgen 23 Kirchgemeinden im Kanton 17 gottesdienstliche Innovationsprojekte. Die Kirchenleitung dringt auf Qualität. Mangeln Kräfte, sollen sie gebündelt werden. Laut Weder geht es in allem darum, dem Motto der St. Galler Kirche „nahe bei Gott – nahe bei den Menschen“ Gestalt zu geben. „Der schönste Gottesdienst ist nichts wert, wenn er nicht mit den real existierenden Menschen zu tun hat.“

Wertschätzen und dranbleiben
In Gruppen, Workshops und dem Schlussplenum wurden Rahmenbedingungen und Blockaden diskutiert und Erfahrungen weitergegeben. Wesentlich fürs Gelingen neuer Gottesdienste ist die Betreuung der Freiwilligen. Ein Referent riet, „unsere normalen Gottesdienste zu feiern und allmählich Neues hineinzubringen“. Im Team generierten Junge die Ideen, die Alten garantierten Konstanz. Ein anderer äusserte, der neue Gottesdienst sei eher mehrheitsfähig als der traditionelle. Alfred Aeppli rief dazu auf, alles zu fördern, was nützt – „auch wenn ich es selbst nie machen würde“.

Mehr Infos:
Das Landeskirchenforum
 


2.11.2010
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