Musik in der Kirche verbindet und trennt



Brücken zwischen Alltag und Himmel
 
Musik in der Kirche verbindet – und trennt. Finden poppiger Worship und traditioneller Kirchengesang zum Lob Gottes zusammen? Eine Tagung in Bern zeigte Brücken auf und suchte nach Wegen, den Schatz der bewährten Lieder in der Flut neuer Songs zu erhalten.
 
Mit Saiten, Pfeifen, Hörnern und Stimmen soll das Lob Gottes gemäss den Psalmen der Bibel erklingen. Welcher Sound ist heute dran? Das Landeskirchen-Forum und die positive Synodefraktion der Berner Landeskirche weckten am Samstag, 7. September, Lust auf vielfältiges Singen und Musizieren. Die Tagung in der Nydeggkirche zeigte auf, wie Gräben zwischen Traditionalisten und Worshippern, zwischen Choralsängern und Gosplern zugeschüttet werden können.
 
Glaube in zeitgemässer Form

Der Jazzmusiker Andreas Hausammann schlug den Bogen von der Bibel zur Postmoderne. Der Leiter des Instituts für populäre Kirchenmusik der St. Galler Landeskirche sprach sich dafür aus, die Palette der musikalischen Ausdrucksmittel zu verbreitern, ohne das Feuer im traditionellen Liedgut zu vergessen. Eingängige neue Lieder seien „Brücken zur musikalischen Alltagswelt der Besucher“; mit ihnen könne der Glaube zeitgemäss ausgedrückt werden, sagte Hausammann in Bern. Populäre Kirchenmusik spreche mit Ohrwürmern das Herz an, scheue grosse Gesten und Gefühle nicht. Allerdings müssten die Gottesdienstbesucher einbezogen und Lieder sorgfältig ausgewählt werden.
 
Elastizität gefragt

In einem Grusswort rief die Berner Synodalrätin Claudia Hubacher die 70 Teilnehmenden auf, Menschen mit Musik zu begeistern und zum Lob Gottes zu bewegen. Pfr. Alfred Aeppli vom Landeskirchen-Forum betonte die Bedeutung der Musik für die Gemeindeentwicklung. Von allen Seiten sei Elastizität gefordert, damit die Musik „ganz verschieden gestimmte Leute ansprechen kann“.
 
…ausser man tut es

Der Berner Liedermacher Markus Dolder sagte in einem Workshop mit Kirchenmusiker Prof. Andreas Marti , es gelte „Pole zusammenzuziehen, die einander oft nicht suchen“. Er nannte drei Schlüssel, um Distanz und Gräben zu überwinden: wertschätzend aufeinander zugehen – gut bekannte Lieder suchen – gemeinsame Anlässe gestalten. Marti stellte eine Liste von Kernliedern vor (www.kernlieder.ch <http://www.kernlieder.ch> ) und betonte, dass „ein gemeinsames Liedgut wächst – aber man muss etwas dazu tun“.
(Comm./Peter Schmid)
 
Das Landeskirchen-Forum vernetzt Reformierte in den Schweizer Landeskirchen für die Gemeindeentwicklung.
Infos: Pfr. Dr. Alfred Aeppli, 031 761 01 39
Website des Landeskirchenforums



10.9.2013
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